Gesundes Wohnen


Hinweise zum gesunden Wohnen 

Im folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Exkurs durch die Welt der Baubiologie und den damit verbundenen Gefahren bzw. gesundheitlichen Beeinträchtigungen geben. Natürlich werden auch die Alternativen aufgezeigt.

 

Farben? - Alles ökologisch !

Nicht selten wird bei der Wahl der Innenausstattung sowie der Wandfarben auf ökologische oder biologische Produkte geachtet. Warum auch nicht? Hat man doch auf Bio-Produkte geachtet. Bio schadet doch nicht,  - oder?  Doch nicht immer ist man mit der Wahl einer Bio-Farbe gut beraten. Beinhalten diese doch einen relativ hohen Anteil natürlicher Lösungsmittel (sog. Terpene). Diese Stoffe, oft durch einen Geruch nach Orangen oder Zitronen wahrnehmbar, besitzen ein hohes allergenes Potential und verursachen diverse gesundheitliche Störungen, wie die umweltmedizinische Praxis gezeigt hat. Auch die Natur hat ihre Tücken!
So hat sich gezeigt, daß Allergiker mit normalen wasserlöslichen Farben (auch diese beinhalten Lösungsmittel) u.U. besser fahren. Der geringe Anteil der synthetischen Lösungsmittel verflüchtigt sich relativ rasch und hinterläßt keine unangenehmen Gerüche.
Wer alles richtig gut machen will, greift zu Kalkputz für Wände und Decken. Kalkputz hat atmungsaktive und feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften. Außerdem wird die Bildung von Schimmelpilzen gehemmt.

 

Vollholz oder voll Holz?

Wer die Forderung nach natürlichen Baustoffen stellt, wird immer wieder auf Holz stoßen, da dieses Baumaterial fast alle baubiologischen Kriterien erfüllt. Holz enthält allerdings neben anderen flüchtigen Stoffen auch Terpene, die bei manchen Menschen Allergien hervorrufen. Holz ist atmungsfähig. Als einziger Baustoff bewirkt es keine Erhöhung der Radioaktivität im Hausinneren. Hinzu kommen hervorragende bauphysikalische Eigenschaften. Kein anderer Baustoff mit vergleichbarer Wärmedämmfähigkeit speichert Wärme so gut wie Holz. Die Druck- und Zugfestigkeit übertrifft die von Beton.Unbehandelte Holzoberflächen gleichen extreme Luftfeuchteschwankungen im Hausinneren aus. Außerdem sind die meist verwendeten einheimischen Sorten nachwachsende Rohstoffe, die ohne größeren Energieaufwand für Transport und Bearbeitung zur Verfügung stehen.  
Wichtig ist, daß das Holz in der winterlichen Saftruhe zwischen November und Februar geschlagen wird. Zu diesem Zeitpunkt nach Abschluß der Jahreringbildung ist das Holz besonders wenig anfällig gegen Fäulnis. So sollte naturbelassenes Holz ohne die Verwendung von Fungiziden zum Verbau gelangen. Generell ist die Gefahr pestizidverseuchtes Holz zu kaufen allerdings gering. In der Bundesrepublik wird nur noch wenig mit Insektiziden und Fungiziden gearbeitet. Durch kürzere Lagerzeiten im Wald geht die Giftbehandlung weiter zurück. Die Holzforschung hat zudem ergeben, dass Gifte praktisch nicht in das Holz eindringen, sondern sich in der Rinde einlagern.
Gute Erfahrungen konnten mit Mobiliar aus Vollholz gemacht werden. Diese sind im Gegensatz zu furnierten Spanplattenmöbeln wesentlich widerstandsfähiger und geben zudem im unbehandelten Zustand keine gesundheitlich bedenklichen Schadstoffkonzentrationen ab.

 

Holzschutzmittel - Sinn oder Unsinn

Da auch Holz dem natürlichen Kreislauf und damit dem Verrotten unterliegt, setzt man Holzschutzmittel ein, um diesen Vorgang möglichst lange zu verzögern. Frei nach der Devise : Je mehr, desto besser wird mit diesen oft äußerst giftigen "Schutzmitteln“ viel zu sorglos umgegangen.

Ob Außenbereich, Innenbereich, Spielgeräte für Kinder, selbst Saunen werden von Hobbybastlern mit „schützendem" Innenanstrich versehen. Da wird die Sauna zur gesundheitsschädigenden Giftkammer. 
Im Innenbereich sollte 
auf den Gebrauch von Holzschutzmitteln generell verzichtet werden.
Kinder sind übrigens durch den Einsatz von Holzschutzmittelwirkstoffen wie z.B. PCP, Lindan, Dichlofluanid, Chlorthalonil, Endosulfan, Permethrin u.a. am stärksten betroffen. Diese Stoffe gasen, einmal auf die Holzoberfläche gebracht, über viele Jahre aus. So können noch nach mehr als 10 Jahren diese Stoffe z.T. eindeutig und in höheren Konzentrationen in der Raumluft nachgewiesen werden. Leider orientieren sich die zulässigen Höchstwerte der Gifte in der Raumluft an den gesetzlich zulässigen Werten. Hierbei wird in keinster Weise berücksichtigt, daß der kindliche Organismus hinsichtlich seiner Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen nicht mit Erwachsenen zu vergleichen ist. Zudem erfolgt die Aufnahme der Gifte nicht wie beim Erwachsenen fast ausschließlich über den inhalativen Weg, sondern zusätzlich über die Resorption durch Hautkontakt. Da sich die Gifte z. T. auch nach erfolgter Ausgasung an den Staub binden, ist das Spielen auf dem Boden und eine damit verbundene orale Aufnahme durch den bei Kindern üblichen Hand-Mund Kontakt zu der wohl stärksten Komponente bei Holzschutzmittelvergiftungen von Kindern zu zählen. Leider wird der Kontaminationsgrad von Staub in keiner Grenzwertregelung berücksichtigt. Bei durch Holzschutzmittel stark belasteten Kindergärten führen Messungen in der Raumluft daher meistens zu entwarnenden Aussagen. Eine dringend notwendige fachgerechte Sanierung entfällt, obwohl Kinder Höchstmengen dieser Stoffe im Blut aufweisen und eindeutige Symptome zeigen. Nicht selten werden so belastete Kinder als hyperaktiv oder einfach unnormal bezeichnet, so dass die eigentliche Ursache im Unklaren bleibt. Der tägliche Kontakt mit diesen Stoffen führt von Befindlichkeitsstörungen über organische Schädigungen bis hin zum Tod!
 

Die Verwendung von Produkten mit dem "Blauen Engel“ bringt allenfalls eine Verminderung der Schadstoffe. Diese Mittel dürfen bis zu 15 % Lösemittel und bis zu 50 % der Wirkstoffgrenzwertkonzentrationen enthalten. Leider besteht für Holzschutzmittel keine Pflicht die Inhaltsstoffe anzugeben. 
Der richtige Holzschutz setzt eine Analyse der zerstörenden Einflüsse wie z. B. Witterungseinflüsse und Holzschädlinge voraus. Es hängt alles von der Feuchtigkeit ab. Unter 10 % Holzfeuchtigkeit entwickeln sich weder tierische noch pflanzliche Holzschädlinge. Daher bieten unsere heutigen Wohnungen hierfür kaum noch Lebensraum. Schäden entstehen hauptsächlich durch den Gebrauch der Holzprodukte. Öle und Wachse zur Oberflächenbehandlung bieten hier in den meisten Fällen ausreichenden Schutz. 
Holzschutzmittel sind als Salze, Teerprodukte, Bitumina und mehr oder weniger lösemittelhaltige Zubereitungen, die die unterschiedlichsten Wirkstoffe enthalten, erhältlich. All diese Wirkstoffe sind giftig  und für den Menschen gesundheitsschädlich.
Bei  richtiger Planung und Ausführung sind Holzschutzmittel für Wohnhäuser vollkommen unnötig. Wenn unter dem Dach tragende Hölzer nach den Bauvorschriften vorbeugend vor Insekten und Schimmelpilzen geschützt werden müssen, sollte man ein zugelassenes Holzschutzmittel aus den Salzen der Borsäure verwenden.

 

Behaglich und leise

Gute Wärmedämmung und ausreichender Schallschutz gehören zu den Grundvoraussetzungen gesunden Wohnens. Als mögliche Materialien kommen Kork, Korkschrot oder Kokosmatten in Betracht. Die Korkplatten werden als Fußbodenisolation in Plattenform ausgelegt. Zur Dachdämmung kann Korkschrot mit einer bestimmten Verdichtung in die Hohlräume geblasen werden. Als alternativer Dämmstoff ist Schafwolle, die mit unschädlichem Borax gegen Motten- und Pilzbefall geschützt ist, zu nennen. Schafwolle ist ein sehr gutes und besonders wärmedämmendes Material. Nachteilig ist hier, daß sich aufgrund der offenen Struktur viel Staub anlagern kann. Aus diesem Grund ist bei der Verarbeitung und Anbringung von Schafwolle darauf zu achten, daß sauber gearbeitet wird und kein Staub durch andere Arbeiten entsteht. 
Eine Wärmedämmung von außen, die ein Haus völlig abdichtet, ist baubiologisch grundsätzlich nicht vertretbar. Der natürliche Vorgang der Verdunstung, das Austreten der Baufeuchte durch die Außenwand wird dadurch unterbunden, was insbesondere bei Neubauten verheerend sein kann. Die Feuchtigkeit schlägt sich dann im Innenraum nieder, und es kommt zur Schimmelbildung. Wärmeeinsparung sollte durch ein sinnvolles ökologisch optimiertes Heizsystem erfolgen, nicht durch Verhindern jeglichen Luftaustausches.

 

Das Mauerwerk

Zur Ausmauerung werden Ziegelsteine empfohlen. Sie bestehen  aus Lehm und Ton mit einem Zusatz aus Sand und/oder Ziegelmehl. Durch die hohe Brenntemperatur von ca. 1000°C  über 48 Stunden sind keine späteren Ausgasungen im Innenraum zu erwarten. Ebenso ist die Ausgasungsrate von Radon aus dem Mauerwerk gering. Normale Mauerziegel werden für verputztes Mauerwerk eingesetzt. Sie müssen nicht frostbeständig sein. Ihre Rohdichte ist verhältnismäßig gering und ihre Wärmeleitfähigkeit relativ gut. Nachteilig ist jedoch der hohe Primärenergieverbrauch bei der Ziegelherstellung. Zur Herstellung von Porenziegeln werden der Ton-Lehm-Mischung noch Holzspäne oder Polystyrolkügelchen als Porosierungsmittel zugesetzt. Während des Brennens lösen sich diese Zusätze vollständig auf, so daß kleine Hohlräume zurückbleiben. Auch aus derart gefertigten Ziegeln können aufgrund der hohen Brenntemperaturen keine späteren gesundheitsschädlichen Ausgasungen auftreten. 
Alternativ zu den Ziegelsteinen können aus ökologischer Sicht Kalksandsteine verwendet werden. Sie bestehen aus Kalk und viel Sand - das Mischungsverhältnis ist 12:1. Die Kalk - Sand - Mischung wird mit Wasser aufbereitet und in Pressen zu Steinrohlingen geformt. Sie erhärten bei Temperaturen zwischen 160 und 220°C unter Sattdampfdruck in vier bis acht Stunden. Der Herstellungsaufwand von Kalksandsteinen ist geringer als der von Ziegelsteinen. Die Ausgasungsrate von Radon ist ebenfalls geringer. Kalksandsteine haben gute Schallschutzeigenschaften. Zu beachten ist die erhöhte Wasseraufnahme und damit die Erhöhung der Austrocknungszeit gegenüber Ziegelsteinen. Erhältlich sind sie als Voll-, Block-, Loch- und Hohlblocksteine. 
Die Außenmauern des Kellers sollten mit einem Sperrputz, z.B. mit Zusatz von Wasserglas, versehen werden. So wird verhindert, daß sich der Putz mit Wasser vollsaugt.

 

Fliesen contra Teppichboden

Viele der bei Umweltanalysen festgestellten Giftstoffe stammen aus Teppichen und Teppichböden. So ist bei den meisten Orientteppichen ein stark erhöhter DDT-Wert festzustellen. Wollteppichböden besitzen fast immer eine Ausrüstung mit Mottenschutzmitteln. Diese wirken jedoch nicht nur bei Kleinlebewesen, sondern mittlerweile wurde festgestellt, dass viele der als Mottenschutz eingesetzten Substanzen beim Menschen stark nervenschädigend wirken. Synthetische Teppichböden enthalten oft einen hohen Anteil an Lösungsmitteln, welche über einen längeren Zeitraum hinweg ausgasen können. Werden Teppichböden dann auch noch vollflächig verklebt, muß man z.T. mit erheblichen Belastungen rechnen. 
Eine Gefährdung von Gesundheit und Wohlbefinden durch keramische Fliesen, etwa wegen Radonausgasung oder weil ihre Glasuren giftige Pigmente enthalten, ist dagegen sehr  unwahrscheinlich. Wenn man hinsichtlich der Pigmente ganz sicher gehen möchte, sollten  unglasierte Steinzeugfliesen in den natürlichen Ton-Farben, Ziegelplatten (Cotto), Spalt- oder Klinkerplatten gewählt werden. Diese Fliesen sind allerdings offenporiger und besitzen eine rauhe Oberfläche, so daß  der Staub hier besser anhaftet. 
Als gute Alternative haben sich auch einige Holz- und Korksorten als feucht wischbare Bodenbeläge erwiesen. Hier muß allerdings auf die Auswahl des richtigen Klebers geachtet werden. Auf keinen Fall sollte eine nachträgliche Versiegelung im Innenraum erfolgen.

 

Fenster und Türen

Fenster und Türen sollten aus Massivholz gefertigt sein. Das Einsetzen der Zargen geschieht ohne Ortsschäume, da hier eine erhebliche Isocyanatfreisetzung (starkes Allergen) erfolgt. Die Fenster- und Türzargen werden im Schraubverfahren eingesetzt. Anschließend werden die Lücken zum Mauerwerk mit Schafwolle abgedichtet. Die Fenster werden nur im Außenbereich mit Holzschutz behandelt. Ein Neuanstrich etwa alle 3 - 4 Jahre mit Borsalzlösungen sorgt für lange Haltbarkeit. Türen werden entweder unbehandelt belassen oder mit Wachs vor Verschmutzung geschützt.

 

Dachkonstruktion

Das Dach ist zweifellos die teuerste Seite eines baubiologischen Hauses, denn solche rein baubiologischen Materialien sind im allgemeinen etwa um ein Zwei- bis Dreifaches teurer als herkömmliche. Das Dach besteht in aller Regel aus einem guten Balkengerüst. Bauphysikalisch ist bei der Dachdeckung zu beachten, daß man eine sogenannte Dampfsperre vermeidet, wie sie Folien oder Teerpappe bilden. Nur Naturpappe ist zulässig; sie ist atmungsaktiv und unschädlich. Eine Neuentwicklung auf dem Wärmedämmsektor ist eine Wolldämmung. Es handelt sich dabei um pestizidfreie, naturbelassene Schafschurwolle, die mit Borsalz ausgerüstet ist. Dieses Material weist eine erheblich bessere Wärmeleitzahl auf als andere Naturmaterialien oder künstliche Mineralfasern. Alle anderen kostensparenden Alternativen zur Wärmedämmung sind aus baubiologischer Sicht nicht vertretbar. 
Das Dach sollte mit Vollziegeln, Schiefer oder Holzschindeln eingedeckt werden. Für die Materialzusammensetzung und Produktionsweise von Vollziegeln gilt im wesentlichen dasselbe wie für Ziegelsteine. Schiefereindeckungen müssen von guter Qualität, d.h. frei von Kalk, Schwefelkies, Ton, Bitumen oder Kohle sein. 

 

Heizung - nicht nur warm und kalt

Es gibt bis heute kein Heizsystem, das sowohl allen baubiologischen, ökologischen und der Bequemlichkeit dienenden Aspekten gerecht wird. Grundsätzlich sollte ein Heizsystem gewählt werden, dass mit geringer Oberflächentemperatur sehr viel Strahlungswärme erzeugt und das die Konvektion so klein wie möglich hält. 
Am wichtigsten für das Wohlbefinden ist der Austausch von Strahlungswärme mit der Umgebung. Dieser Wärmeaustausch hängt ausschließlich von der Oberflächentemperatur des eigenen Körpers, den Oberflächentemperaturen anderer Gegenstände im Raum und den inneren Wandoberflächen ab. 
Unangenehm wird in jedem Fall die Abweichung von mehr als drei Grad zwischen Luft- und Wandtemperaturen empfunden. Nur durch einen möglichst niedrigen k-Wert (Wärmestrom durch ein Bauteil) kann verhindert werden, daß die inneren Oberflächen der Außenwände im Winter zu kalt und im Sommer zu warm sind. 
Das verträglichste Heizsystem stellen sogenannte Heizwände dar. In den Wänden werden dabei warmwasserdurchflossene Kunststoff- oder Kupferrohre befestigt, die die Wand erwärmen - diese wiederum strahlt die Wärme ab, ohne die übliche Luftzirkulation und damit verbundene Aufwirbelung von Staub zu verursachen.
Während Fußbodenheizungen gesundheitlich sehr umstritten und wenig zu empfehlen sind, ist der gute alte Kachelofen wieder im Kommen; seine direkte Strahlungswärme wird allgemein als äußerst wohltuend empfunden. Die Feuerungsklappe sollte sich nicht in einem Wohnraum befinden, sondern im Flur.
Eine weitere gute Alternative stellt das System der Fußleistenheizung (sogenannte Heizleisten) dar, welches sehr sparsam ist.
 
Wer dennoch mit Heizkörpern wärmen möchte, sollte auf jeden Fall Flachheizkörper und einen Niedertemperaturkessel bevorzugen beziehungsweise beim Heizen darauf achten, dass die Vorlauftemperatur des Wassers nicht höher als etwa 55 Grad ist. Das spart zum einen Energie, zum anderen verhindert es indirekt eine allzu starke Luftaufwirbelung. Bei jeder Art von Heizsystem sollte aus gesundheitlichen Gründen der Problematik der geringstmöglichen Luftverwirbelung Rechnung getragen werden, daher sind sogenannte Radiatoren zu vermeiden. Ein wichtiger Aspekt bei der Heizungsinstallation ist auch die Auswahl eines leistungsfähigen Heizkessels. Zu den herausragenden Neuentwicklungen zählt zweifelsohne der Brennwertkessel.
Viele Bundesländer fördern auch den Einbau von Sonnenkollektoren und Solarzellen zur Warmwasser- bzw. Stromerzeugung. Beim baubiologischen Hausbau sollte man diese Art der alternativen Energiegewinnung (dazu zählen auch Windräder) auf jeden Fall berücksichtigen.

 

Elektrosmog - freischalten ?

Gerade das Schlafzimmer sollte frei von elektrischen Feldern sein. 
Elektrische Wechselfelder können vor allem durch abgeschirmte Kabel  und abgeschirmte Steckdosen in ihrer Ausbreitung behindert werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Abschirmungen sorgfältig untereinander verbunden und nur an einem Punkt geerdet sind, da sonst sogar gegenteilige Effekte auftreten können. Der zusätzliche Aufwand hierfür kann erheblich sein. Aber auch bei abgeschirmter Elektroinstallation können unter Umständen noch Netzfreischalter erforderlich werden, um einen optimalen Schlafplatz zu realisieren. Liegt das Kopfende des Bettes im Bereich von Stromleitungen ist der Einbau von Netzfreischaltern in vielen Fällen die beste Lösung, um elektrische Wechselfelder im Schlafbereich zu unterbinden. Netzfreischalter werden im Verteilerkasten hinter den Sicherungen eingebaut und trennen die Leitung vom Netz ab, sobald der letzte Verbraucher ausgeschaltet ist. Danach legt der Netzfreischalter eine schwache Prüfgleichspannung auf die Phasenleitung. Sobald ein Verbraucher z.B. die Nachttischlampe eingeschaltet wird, erhält der Freischalter über die Gleichspannung das Signal, die Netzspannung wieder aufzuschalten, was ohne merkbare Verzögerung geschieht. Ohne jeden Komfortverzicht ist damit erreicht, dass der Schlafplatz in der Nacht feldfrei ist. 
Da elektrische und magnetische Felder an Steckdosen stärker in den Raum treten als bei Unterputzkabeln, wird häufig empfohlen, in Schlafräumen möglichst wenige Steckdosen vorzusehen. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn die fehlenden Steckdosen später nicht durch Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen kompensiert werden, da von diesen stärkere Felder ausgehen als von Unterputzkabeln und Steckdosen. 
Wichtig ist vor allem, den Schlafbereich möglichst feldfrei zu gestalten. Beim Neubau kann dies durch entsprechende Kabelführung leicht realisiert werden. Ansonsten bietet sich der Einsatz von Netzfreischaltern an.

 

Allergie auf Milben ?

Hausstaub, diese graue, amorphe Masse, lebt. Hausstaub besteht je nach Wohnraumverhältnissen aus den unterschiedlichsten Substanzen, wie z.B. Pollen, Schimmelpilzsporen. Epithelien von Mensch und Tier, Nahrungsresten und anderem. In dieser Biomasse wohnen Kleinstlebewesen wie Schaben, Silberfischchen, Staubläuse, Milben und Schimmelpilze zusammen. Milben (Acari) gehören zu den Spinnentieren. Die Tiere sind selten über 1 mm groß und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar. 
Die hauptsächlichen Allergenquellen im Haus sind Orte, an denen Milben günstige Lebensbedingungen vorfinden. Dieses sind in erster Linie Matratzen und Bettmaterialien, aber auch Polstermöbel und Teppiche bzw. Teppichböden. Nahezu 10% der Allergiker in Mitteleuropa leiden an einer Allergie gegenüber Hausstaub bzw. Hausstaubmilben. Symptome dieser Erkrankung sind allergisches Asthma, Heufieber, atopische Dermatitis, Rhinitis und Konjunktivitis. 
Im Hausstaub leben Algen, Bakterien, Einzeller und Pilze mit Milben, Insekten und anderen Tieren zusammen. In nahezu jeder Wohnung in Mitteleuropa kommen Milben vor. In feuchteren Häusern und besonderen Standorten wie Bäckereien und Bauernhöfen können Vorratsmilben in teilweise sehr hoher Zahl auftreten.  

Milben sind in starkem Maße von der relativen Luftfeuchtigkeit der sie umgebenden Luft abhängig. Menschliche Hautschuppen sind die wesentlichen Nahrungsquellen der im Staub von Matratzen lebenden Milben. Die Milben können diese aber nicht direkt verwerten. Xerophile, d. h. die Trockenheit liebende Aspergillus-Arten sind für die Vorverdauung der fetthaltigen Hautschuppen notwendig. Die Pilze können bereits bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 % wachsen. Sie leben in einer Symbiose mit den Milben. Die Pilze verdauen die fetthaltigen Hautschuppen, bilden dabei Vitamine, und die Milben nehmen die Pilze in ihren Darm auf, wo sie geschützt und in feuchterem Milieu weiter wachsen können. 
Im Winter werden unsere Wohnungen geheizt. Die Heizung senkt über die Erhöhung der Temperatur die relative Feuchte. Mit Beginn der Heizperiode sterben daher die meisten Milben ab, da die relative Feuchte unter 60 % sinkt. 

Nur in Matratze und Polstern können einige Tiere überleben, um dann im folgenden Frühjahr einen neuen Vermehrungszyklus zu beginnen. Hier wird während des Schlafes von uns täglich Feuchtigkeit zugeführt. 
Die Empfindlichkeit der Hausstaubmilben gegenüber trockener Luft begrenzt also ihr Vorkommen im Winter. Je niedriger die Außentemperatur im Winter ist, um so geringer ist die relative Feuchte der Raumluft und damit auch die Milbenzahl. Das trifft insbesondere im Hochgebirge und in subarktischen Zonen zu. Die strengen und langen Winter trocknen in diesen Regionen die Wohnungen derartig aus, daß keine Milben überleben können. In den Mittelgebirgen und im Flachland können Milben den Winter überdauern und sind mit saisonalen Schwankungen anzutreffen. Das Biotop für die Milben ist das Bett. 

 

Schimmelpilze - nicht nur im Käse

Schimmelpilzsporen kommen überall in der Luft vor. Schimmelpilze leben von organischem Material (Essensreste, Hautschuppen, Haare, Blattlaub etc.), das sie zu Mineralstoffen abbauen und so dem ökologischen Kreislauf zuführen. 
Pilze leben draußen aber auch im Haus. Zu den Pilzen, die draußen leben und deren Sporen in der Außenluft zu finden sind, gehören Alternaria-, Botrytis- und Cladosporium-Arten. Diese Pilze kommen vor allem im Herbst und bei feuchter Witterung in großer Zahl vor. Als Schwärzepilze sind sie auch in Feuchträumen zu finden, sie bilden dann schwarze Beläge auf Dichtungen von Fenstern und in Fugen von Fliesen. 
Aspergillus Arten, Penicillium-Arten und  Wallemia sebi findet im Staub ihren Lebensraum. Sie haben sich trockenen Bedingungen angepasst und können hier bei 70% Luftfeuchtigkeit wachsen und sich vermehren. Penicillium brevicompactum ist ein Hausstaub-Allergen, welches im Boden und auf Pflanzenmaterial verbreitet ist. 

Schimmelpilze können krank machen. Liegt bei Personen eine entsprechende Sensibilisierung vor, können Schimmelpilze Beschwerden wie Augenbrennen, Nasenlaufen, Hautausschläge oder Asthma hervorrufen. 
Pathogene Pilze wie Aspergillus niger und Aspergillus flavus geben giftige Stoffe ab und können z.B. Lungenentzündungen hervorrufen.

 

Prüfung der Umweltgifte

Durch die Verwendung verschiedenster Baumaterialien ergeben sich auch zahlreiche mögliche Umweltgifte. Um diese Giftstoffe ausreichend erfassen zu könne, werden sogenannte Screeninganalysen durchgeführt. Hierbei werden die Schadstoffe in Staub, Luft und Materialien gemessen. Ermittelt werden Holzschutzmittel, Insektizide, Pestizide, PCB, natürliche und synthetische Lösungsmittel, Milben und Schimmelpilze sowie Belastungen durch elektrische und magnetische Felder. 


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